Vier Elemente: Sommertipps rund um Karlsruhe

Sommer, Sonne, Socken aus. Diese drei „So’s“ triggern die Sensorzellen nahezu aller Menschen. Doch müssen wir bis zum Urlaubsparadies wirklich etliche Kilometer überwinden?  Oder baumelt die Seele auch innerhalb des eigenen „Reviers“? Stephanie Linnhe weiß es.

von Stephanie Linnhe

Sie tut es. Sehr sogar. Man muss nur den passenden Ort finden. Die gute Nachricht: Es gibt mehr als einen! Und zwar (fast) überall. Sehen wir uns einmal Karlsruhe und Umgebung an.

Weingartener_Moor-_Bruchwald_Grötzingen_NSG_BW_KA_e_Günter Josef Radig_CC BY SA 30Nicht der Baggersee, aber immerhin das Weingartener Moor (Foto: Günter Josef Rading, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

  1. Wasser

Über das Meer müssen wir nicht lang reden. Wer das Privileg besitzt, dort zu wohnen, weiß um das Gefühl, morgens die Zehen in den Sand zu graben und dem Ruf der Möwen zu lauschen. Für alle anderen gibt es zum Glück Flüsse oder Seen.
Beispielsweise den Grötzinger Baggersee im Weingartener Moor. Er ist zu weiten Teilen von Wald umgeben und besitzt einen kleinen Badestrand. Natur pur! Seit 2015 ist das Baden gestattet – wer es noch natürlicher mag, auch FKK. Mit etwas Glück findet man eine freie Bank zwischen Bäumen direkt am Wasser. Es dauert nicht lange, bis man tiefer und entspannter atmet. Versprochen. Oder, wie das ältere Ehepaar mir sagte, dem ich bei meinem ersten Besuch begegnete: „Wir leben dort, wo andere Urlaub machen.“

Nicht reißerisch genug? Dann auf zum Rhein! Sind wir mal ehrlich: Jeder Fluss hat seinen eigenen Charakter, seinen eigenen Klang, seine eigene Atmosphäre. Der Rhein fasziniert mich auf eine besondere Weise, und Zeit vergeht erschreckend schnell, wenn man einfach nur auf seine Oberfläche starrt. Wer kein Boot besitzt, geht es eben gemütlicher an, hüpft auf die Rheinfähre „Baden-Pfalz“ und fährt von Neuburgweier nach Neuburg – oder zurück. Oder er lässt das schnelle Gewässer hinter sich und entscheidet sich für eine Kanutour auf dem Altrhein.

 

  1. Erde

Warum Quadratmeter zählen oder auf Zäune und Häuserwände starren, wenn man ein ganzes Schlossareal haben kann? Im Botanischen Garten am Rande des Schlossgartens im Herzen der Stadt Karlsruhe braucht es nur ein wenig Phantasie, und die gräfliche Anlage gehört… nun, dem Besucher. Zwischen Orangerie, Gewächshäusern und Wintergarten bieten Rasenflächen, Bäume und bunte Blumenbeete Platz und warten darauf, beträumt zu werden.

Mehr Action gewünscht? Dann ab ins Murgtal, eines der größten Täler des Schwarzwaldes. Unter Anleitung eines erfahrenen Guides kann man sich hier bei einer zweistündigen Canyoning-Tour austoben. Natürlich nicht zu wild, schließlich ist Sommer. Aber balancieren, springen und klettern muss man schon, um das Flussbett zu durchqueren. Und ein wenig Bewegung ist ja auch die beste Voraussetzung, um sich hinterher ein Eis oder Getränk zu gönnen, nicht wahr?

Botanischer_Garten_Karlsruhe_4_Günter Josef Radig_CC BY SA 30Der botanische Garten in Karlsruhe (Foto: Günter Josef Rading, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

  1. Luft

In Kandel (Südpfalz) steht der Fun Forest. Das hat nichts mit Tarzan und Jane zu tun, sondern hier heißt es: Helme auf, Geschirr an und ab auf den Hochseilparcours. Vielmehr: auf einen von insgesamt 25 im Kandeler Bienwald. Sie liegen zwischen einem und 22 Metern über dem Boden und vermitteln gepflegtes ‚KönigIn der Wälder‘-Feeling … auch wenn das Personal darauf achtet, dass sich im Sinne der Sicherheitsvorschriften niemand wild von Liane zu Liane schwingt.

 

  1. Feuer

Zum Abschluss noch ein Tipp für die etwas kühleren Abende oder wenn der Sommer sich langsam verabschiedet … nehmen wir uns doch mal die Finnen zum Vorbild.
Hüttenzauber auf Finnisch verspricht Hüttenhocker in Hagenbach/Pfalz. Das Gelände mit seinen kleinen Holzhütten ist beinahe schon Kopenhagen-Tivoli-niedlich, lässt aber seinen Besuchern ausreichend Raum: Auf 4000 qm stehen sieben finnische Grillhütten („Kotas“), in denen man sich rund um das offene Feuer versammeln und auf den Rost werfen kann, was immer sich brutzeln lässt. Genießen kann man anschließend in den Hütten oder auch auf dem Außengelände.

Was passt eigentlich noch hervorragend dazu, einfach nur die Seele baumeln zu lassen? Na klar, ein Buch. Viele Sommerromane entführen den Leser auf eine weitere Reise… zu Orten, für die man wohl doch ein Auto oder Flugzeug besteigen müsste. Beispielsweise Cornwall mit Käthe, eine Bustour der anderen Art quer durch Südengland.

Schönen Sommer und gute Reise(n)!


Links
Cornwall mit Käthe auf den Seiten der Ullstein Buchverlage
Die offizielle Website von Stephanie Linnhe
Stephanie Linnhe bei Facebook und Twitter

Stephanie Linnhe

Stephanie Linnhe

Stephanie Linnhe wuchs im nördlichen Ruhrgebiet auf. Nach dem Publizistikstudium ging sie für ein Jahr nach Australien und arbeitete als Story Writer sowie als Tourguide mit Schwerpunkt in Sydney. Zurück in Europa, führten Projekte sie in die Schweiz und nach England. Sie schreibt nebenher für Zeitungen und Zeitschriften, mischt hin und wieder bei Filmdokumentationen mit und versucht, das alles mit permanenter Reisewut zu vereinen. Ihr aktueller Roman Cornwall mit Käthe ist am 17. Juni 2016 bei List als Taschenbuch erschienen.

Foto: © privat

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