Wir blicken zurück: Das war 2017

Was hat sich 2017 ereignet? Was waren besondere Momente und worüber wurde geschrieben? Gemeinsam mit unseren AutorInnen blicken wir noch einmal auf das Jahr zurück.

So sah es 2017 auf dem resonanzboden aus.

 

 

 

 

In Saudi-Arabien, dem engsten arabischen Verbündeten der USA, wurde die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten mit gemischten Gefühlen gesehen. Sebastian Sons berichtete auf dem resonanzboden.

 

Alles, was man Anfang des Jahres befürchtet hat, ist eingetreten, vieles hätte man sich niemals vorstellen können und man konnte fassungslos beobachten, wie es trotzdem passierte. Christine Drews

 

 

 

 

 

Vom Schreiben als toter Mann – Daniel Kehlmann über Orwells 1984

 

 

 

 

„1984 ist kein Leitartikel in Romanform, sondern ein Alptraum von buchstäblich unvergeßlicher Intensität“. Daniel Kehlmann schieb, weshalb der dystopische Roman von George Orwell aus dem Jahr 1949 seiner Zeit voraus war und uns selbst heute mit seiner tragischen Aktualität einholt. Orwell zeigt, dass ein totalitärer Überwachungsstaat den Menschen nicht nur jegliche Freiheit nimmt, sondern auch keine Wahrheiten dulden kann.

 

Ein besonderes politisches Ereignis war der Wahlsieg von Emmanuel Macron über eine der fiesesten Nationalistinnen on earth. Und die Schockstarre, als in den USA der superfiese Nationalist Donald Trump an die Macht gekommen ist.  Claus Leggewie

 

Neues bei Ullstein: Auch im Verlag hat sich 2017 vieles getan. Im Frühjahr ging das Imprint Ullstein fünf an den Start, das an die Tradition des Ullstein Buchverlags anknüpft. Was es damit auf sich hat, erzählte uns das Ullstein fünf-Team im Video-Portrait

 

Das Team von Ullstein fünf

 

Worüber geschrieben wurde? Über Bären und Krebse, über Frauen und Männer. Und darüber, was in Europa schiefläuft. – Ada Dorian

 

 

 

 

 

 

 

Felix Lobrecht im Gespräch
mit der Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey

 

 

 

 

Mit Ullstein fünf begann auch ein neues Kapitel auf dem resonanzboden: die Serie Junge Literatur. Auf Festivals, bei Lesungen, in Interviews und im Videoportrait machten wir uns auf die Suche nach den neuen Stimmen der Literatur.

 

 

 

 

 

Resonanzraum #3 – Die Zukunft der Demokratie

 

„Wie steht es um die Zukunft der Demokratie?“ Um diese Frage drehten sich 2017 die Gespräche in unseren resonanzraum. In der dritten Ausgabe unserer Veranstaltungsreihe diskutierten der US- Autor Jason Brennan und die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot über die Vor- und Nachteile einer demokratischen Regierungsform.

 

Democracy is not a spectator sport, democracy is you! 

Bernie Sanders an der FU Berlin

 

 Um Demokratie ging es auch bei unserem resonanzraum mit Bernie Sanders an der FU Berlin. Dabei wurde unser Team auf Schritt und Tritt von einer Kamera begleitet. Was es bei einer Großveranstaltung in der Universität und einem Politiker mit Rockstar-Appeal zu beachten gilt, wie viel Vorbereitung sich dahinter verbirgt und was passiert, wenn der Redner im Stau steht und die Studierenden ihre eigene Revolution planen, konnte man in unserem Vlog beobachten.

 

 

 

 

 

 

Bernie Sanders in Berlin: behind the scenes

 

2017 war zudem ein Jahr, in dem wir Abschied nehmen mussten. Im September starb Heiner Geissler im Alter von 87 Jahren. Auf dem resonanzboden erschien von ihm zuvor ein Zwischenruf anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

 

Gott: ein Postulat der praktischen Vernunft?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Thema Glaube spielt auch bei Seyran Ateş eine sehr wichtige Rolle. Sie eröffnete im Sommer diesen Jahres die erste liberale Moschee in Berlin. Wir begleiteten sie zu ihrer Pressekonferenz.

 

 

 

 

„Bei uns wird niemand verteufelt, wenn er nicht an Gott glaubt.“ 

 

 

 

 

 

Für einige unserer AutorInnen ging es in diesem Jahr auf die Reise

 

„Eines meiner Highlights 2017: eine Recherchereise an die Newa für meinen zweiten Roman aus St. Petersburg.“ – Martina Sahler

 

 

Wie geht man mit den Erfahrungen von Krieg und Flucht um? Wie bewahrt man die eigene Erinnerung vor dem Missbrauch durch nationalistische Politik? Diesen Fragen begegnete Robert Prosser bei der Recherche über den Jugoslawienkrieg für seinen Roman „Phantome“, der in diesem Jahr auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand. 

„Ich wollte mir ein Land erschreiben, seine Vergangenheit und Gegenwart.“

 

 

Thomas Feibel packte sein Handy weg und begegnete auf seiner Lesereise einer ihm völlig fremden Welt…

 

Lesereise auf einem Schiff

Über Deck 3 geht es durch eine Schiebetür noch zwei weitere Etagen runter. Auf Deck 1 ist die unspektakuläre Crewbar. Zugang haben nur Mitarbeiter, darum trage ich meine Staff-Karte gut sichtbar an die Hosentasche geklemmt. Im fensterlosen Raum unterhalten sich Sicherheitstrainer mit Technikern, Köche untereinander, aber auch Offiziere, der Schiffsarzt oder der Stand-up Comedian lehnen an der rundgebogenen Theke. Gegen 23 Uhr ist die Crewbar bumsvoll. Brüllend laute Musik. Gute Stimmung: Eine Housekeeper-Party ist im vollen Gange. Die Mitarbeiter, die den ganzen Tag geräuschlos die Kabinen der Gäste in Ordnung bringen, lassen es gerade richtig krachen. Der Tischkicker wurde beiseite geräumt. Sieben asiatische Jungs legen mit geschmeidigen Bewegungen einen spektakulären Synchrontanz zu Justin-Bieber-Klängen hin. Kurz darauf tritt ein Rapduo mit großer Hingabe auf. Beide tragen obligatorische Kappen, auf dem roten T-Shirt des einen steht „Basketball is my girlfriend.“ Die Kollegen halten jubelnd ihre Smartphones drauf. Die Party geht noch lange weiter. Am nächsten Morgen stehen sie wieder mit ihrem Wagen in den langen Fluren vor den Kabinen und lächeln. Wie immer.

– Thomas Feibel

 

Wir sind gespannt, auf welche Reise uns das Jahr 2018 gemeinsam mit unserem neuen Verleger Gunnar Cynybulk führen wird, den wir im Oktober mit einer Tour in unserem Fahrstuhl willkommen hießen.

 

Neuer Verleger im Fahrstuhl – neues Layout auf dem resonanzboden

 

Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch und freuen uns auf viele spannende Beiträge im neuen Jahr!


 

Marie Krutmann

Marie Krutmann

Marie Krutmann ist Volontärin in der Blogredaktion des resonanzboden bei Ullstein. Sie studierte im Master Angewandte Literaturwissenschaft, schreibt für Magazine und Literaturblogs wie Litaffin (Bloggen über junges Schreiben)saß in der Blogredaktion des open mike (Wettbewerb für junge Literatur) und ist Stammgast bei Lesereihen wie Kabeljau und Dorsch (Lesereihe für junge Literatur in Berlin). Kurz gesagt: Ihr Herz schlägt für die junge Literatur.

Foto: © privat

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