Oh wie schön ist Solothurn!

Eine rege Literaturszene wird der Schweiz nachgesagt, deren Werkschau alljährlich im schönen Solothurn stattfindet. Zum diesjährigen 40. Jubiläum war Ullstein fünf-Autor und Österreicher Robert Prosser als einer der internationalen Gäste eingeladen. Unsere Pressereferentin Susann Brückner hat sich aufgemacht, ihn zu begleiten, Solothurn kennenzulernen und sich auf den neuesten Stand der schweizerischen Gegenwartsliteratur zu bringen. Eine Foto(love)Story. 

 

Ankunft in Solothurn: Robert Prosser ist auch schon da und Wiedersehens- und Vorfreude sind groß!

 

   

 

Geschlendert wird hier zwischen den Lesungsorten, die über die Stadt verteilt sind und sich gegenseitig an Idylle übertreffen. Mittendurch fließt die Aare, durch deren türikisschimmerndes Wasser man bis auf den Grund schauen kann. Natürlich scheint die Sonne.

 

      

 

Das Festival dauert vier Tage. Von morgens neun bis abends spät höre ich Autor*innen lesen, schreien, musizieren, diskutieren. Alle Veranstaltungen sind voll, es herrscht aufmerksame Stille, es wird heftig applaudiert.

 

Balkan-Kriege – Wie geht die Literatur damit um? Auf dem Podium: Robert Prosser, Melinda Nadj Abonji, Jeton Neziraj und Moderator Felix Schneider

 

 

 

 

 

 

 

Nach jeder Runde gibt es einen obligatorischen Espresso auf den Bierbänken vorm „Kreuz“, ab nachmittags stattdessen gern einen Solothurner Chasselas.

 

 

 

 

 

 

 

Ich spreche mit wildfremden Menschen über Naturlyrik, ChatBots, österreichische Ski-Legenden und Burschenschaften.

 

Robert Prosser zieht mit seinem Roman „Phantome“ das Publikum in den Bann.

 

 

 

 

 

Abends gibt es ein literarisches Vergnügungsprogramm, das seinesgleichen sucht …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bekomme zu wenig Schlaf.

 

Ich sitze beim lyrischen Flaschendrehen, ich nehme an einem dreistündigen absurden Hörspiel in einer Absinth-Bar teil (fun fact: betrieben wird die „Grüne Fee“ von einem Berliner), ich tanze auf der Literaturdisko.

 

Zwei Mal je ein Verlag, zwei Mal Pulp Fiction: Sex, Kitsch und Monstergeheul aus den Groschen- Romanen des Literaturmagazins «Das Narr»; dazu Schnipsel aus frappant hochstehenden und garantiert geistreichen Kinoperlen!

 

Die drei Kolleg*innen von Kabeljau & Dorsch haben eine Live-Kurzlesung bei Radio Fritz verabredet, die Robert Prosser lässig am Telefon und ohne abzulesen meistert.

 

Kabeljau & Dorsch (Label für junge Literaturvermittlung) und Robert Prosser

         

 

 

 

 

Plötzlich sitze ich im Zug nach Zürich, den Kopf voller Geschichten, im Ohr die Betonung des Schweizer Dialekts und im Herzen all die tollen Menschen, die ich kennengelernt habe, die ich schon kannte und noch besser kennenlernte, deren Kunst mich berührt hat, deren Begeisterung mich angesteckt hat.

 

 

Die nächsten Solothurner Literaturtage finden vom 31. Mai–2. Juni 2019 statt und ich bin gerne wieder dabei.

Danke, Solothurn!

 

Fotos: Susann Brückner


 

Susann Brückner

Susann Brückner

Susann Brückner ist Pressereferentin bei Ullstein. Sie mag junge Literatur, Feminismus und Digitales. Außerdem träumt sie seit Jahren davon, einen Podcast zum Thema Popgeschichte der Roboter zu produzieren, der mit 80er Jahre-Musik unterlegt wäre. Stattdessen macht sie einen zum Thema Tod.

Foto: © Melanie Hauke

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