Was wir lesen wollen: #Francesca Hornak

Was lesen eigentlich unsere Autor*innen, wenn sie nicht gerade an ihren eigenen Büchern arbeiten? Wir haben uns umgehört, welche Titel 2019 auf den persönlichen Book Bucket Lists stehen und welche Pläne und Wünsche sie für dieses Jahr haben. Den Anfang macht die britische Autorin Francesca Hornak

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Jedes Jahr nehme ich mir vor, meine Kisten mit alten Postkarten, Fotos und Tagebüchern zu sortieren. Ich träume von einer Art „Erinnerungsspeicher“ unter unserem Dach, ähnlich einer Bibliothek, in der alle Dokumente nach Jahren geordnet sind. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr sammelt sich jedoch an, und umso unwahrscheinlicher erscheint es mir, diesen Traum tatsächlich wahr zu machen. 2020 ist meine Deadline, davor muss ich bloß noch meinen zweiten Roman fertigstellen … 

 

Diese drei Bücher möchte ich in 2019 lesen:

„Swing Time“ von Zadie Smith

Kiepenheuer & Witsch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Tanzunterricht lernen sich zwei kleine Mädchen kennen und werden Freundinnen. Beide träumen davon, Tänzerinnen zu werden. Doch nur die eine hat Talent. Die andere hat Ideen: über Rhythmus und Zeit, über schwarze Haut und schwarze Musik, über Stammeszugehörigkeit, Milieu, Bildung und Chancengleichheit. Als sich die beiden Mädchen zum ersten Mal begegnen, fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen. Die gleiche Leidenschaft fürs Tanzen und für Musicals verbindet sie, doch auch derselbe Londoner Vorort und die Hautfarbe. Ihre Wege trennen sich, als Tracey tatsächlich Tänzerin wird und erste Rollen in Musicals bekommt. Ihre Freundin wiederum jettet als Assistentin der berühmten Sängerin Aimee um die Welt. Als Aimee in Afrika eine Schule gründen will, reist sie ihr voraus und lässt sich durch das Land, in dem ihre Wurzeln liegen, verzaubern und aus dem Rhythmus bringen.

 

„Sklaven der Einsamkeit“ von Patrick Hamilton

Suhrkamp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das wohlgeordnete Leben von Enid Roach gerät aus den Fugen. Der Londoner Bombenhagel treibt die 39jährige Verlagsangestellte in die Provinz, wo sie Dinge unternimmt, die sie unter normalen Umständen niemals auch nur in Betracht ziehen würde. Sie verabredet sich in Pubs, hat eine Affäre mit einem amerikanischen Offizier und wohnt in einer Pension mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Im Tearoom, beim täglichen Abendessen, entwickeln die Pensionsgäste ihr eigenes Schlachtfeld. Hier haben Mr. Twaight und die Deutsche Vicki Kugelmann – erst ihre, dann seine Verbündete – das Sagen. Die beiden liefern Enid, ihrer „Miss Prüde“, einen zermürbenden Stellungskrieg, der diese langsam, aber unerbittlich zur Verzweiflung treibt.

 

„Darm mit Charme“ von Giulia Enders

Ullstein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Darm ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft. Wenn man ihn gut behandelt, bedankt er sich dafür. Das tut jedem gut: Der Darm trainiert zwei Drittel unseres Immunsystems. Aus Brötchen oder Tofu-Wurst beschafft er unserem Körper die Energie zum Leben. Und er hat das größte Nervensystem nach dem Gehirn. Allergien, unser Gewicht und eben auch unsere Gefühlswelt sind eng mit unserm Bauch verknüpft. In diesem Buch erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders, was die medizinische Forschung Neues bietet und wie wir mit diesem Wissen unseren Alltag besser machen können. Die dazu gehörigen Illustrationen stammen aus der Feder ihrer Schwester Jill. Die aktualisierte Neuauflage wird um ein Kapitel ergänzt: Die Schwestern Enders geben hier ein Update zu neuen Forschungsergebnissen und der Welt der Mikroben.


 

Das Buch 

Sieben Tage Wir Francesca Hornak

Es ist Weihnachten und die Familie Birch trifft sich zum ersten Mal seit Jahren wieder vollzählig in Norfolk. Die älteste Tochter Olivia ist Ärztin und es besteht der Verdacht auf eine ansteckende Krankheit, sodass sie gerade jetzt für eine Woche in Quarantäne muss. Dem Rest der Familie bleibt nichts anderes übrig, als die nächsten sieben Tage mit ihr im Haus zu verbringen. Aber eine Woche mit den Liebsten kann sich wie eine Ewigkeit anfühlen, vor allem wenn alle versuchen, ihre Geheimnisse voreinander zu verstecken. Doch das letzte rätselhafte Adventstürchen öffnet sich ganz von selbst und ein unerwarteter Gast taucht auf, der vielleicht alle Fäden zusammenführen kann.

 

 

Francesca Hornak

Francesca Hornak

Francesca Hornak ist Journalistin und schreibt für »The Sunday Times«, »The Guardian«, »Grazia« und »Stylist«. »Familie ohne Ende« ist ihr Debütroman und war in Großbritannien ein riesiger Publikumserfolg.

Foto: © Billie Scheepers

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