Jahresrückblick: So long, 2018!

2018 neigt sich dem Ende zu. Was hat sich in diesem Jahr alles ereignet? Welche Themen waren besonders wichtig, worüber haben unsere Autor*innen geschrieben und mit uns gesprochen? Wir werfen einen Blick zurück.  

Jahresrückblick 2018

 

Ich will Schönheitsideale ausdehnen – und zum Platzen bringen!

 

Das Jahr begann mit einer Kampfansage von Magda Albrecht. Warum sie nichts von Diäten hält, schrieb die Fa(t)shionista in ihrem Essay, den wir uns mit Blick auf die  Festtagsvöllerei gerne wieder zu Herzen nehmen! 

 

Magda Albrecht

 

Im Januar gab es direkt eine Überraschung auf weltpolitischer Ebene: Zum ersten Mal nach über zwei Jahren kamen Nord- und Südkorea zu direkten Gesprächen zusammen. Unser Autor Thomas Reichart beobachtete als Asienkorrespondent für das ZDF die Lage zwischen den verfeindeten Bruderstaaten. Um ermessen zu können, was diese Gespräche bedeuten, muss man die Geschichte Koreas kennen. In „Der Wahnsinn und die Bombe“ blickt Reichart zurück auf die Ereignisse die zur Teilung Koreas führten und zeigt, wie sich diese bis heute auf das Leben der Menschen dort auswirken. 

 

 

 

 

Mit Hannes Köhler reisten wir schließlich auf den Spuren der deutschen Kriegsgefangenen durch die USA und hatten dabei dank Fotostory und LitSoundtrack die passenden Bilder und Songs im Kopf. In „Ein mögliches Leben“ schreibt Hannes Köhler über einen deutschen Soldaten, der 1944 im texanischen Camp Hearne lebte und erst im hohen Alter, gemeinsam mit seinem Enkel, an den Ort seiner Gefangenschaft zurückkehrt.

 

 

 

Ein besonderes Highlight in 2018 war unsere Freundliche Übernahme im Februar, bei der wir für einen Monat die Social-Media-Kanäle unseres Autors Axel Ranisch übernahmen. Wir begleiteten den Filmemacher und Debütautor beim Schreibprozess, sprachen mit ihm und seiner Lektorin Linda Vogt über „Nackt über Berlin“ und schauten bei Axels Oma auf eine Tasse Tee vorbei.

 

 

James Ellroy zu lesen ist das Gegenteil von ruhigen Stunden am Kamin. – Jo Nesbø

 

Im März feierten wir den 70. Geburtstag von Krimilegende James Elroy. Ihm zu Ehren erklärte kein geringerer als Jo Nesbø in einem Essay, worin für ihn die besondere Faszination von Ellroys Literatur besteht.

 

James Ellroy

 

 

Am 18. März wählte Russland einen neuen Präsidenten. Auch wenn sieben weitere Kandidaten gegen Wladimir Putin antraten, bestand jedoch kein Zweifel an seinem Sieg. Warum die russische Neigung zu starken Führerfiguren nicht überraschend ist, erklärte uns der emeritierte Oxford-Historiker Archie Brown.

 

 

In Deutschland wurde nach dem Einzug der AfD in den Bundestag viel und heftig diskutiert und demonstriert. Im Video-Interview erklärte Frank Richter uns, warum es wichtig ist, sich mit den Argumenten der Rechten auseinanderzusetzen und sich rhetorisch zu rüsten. Denn nur durch den Dialog könne Wut in konstruktive Mitarbeit umgewandelt werden. 

 

 

Wir sind verarscht worden von der Kohl-Ära, wir sind verarscht worden von Facebook, von Twitter, von diesem ganzen Selbstoptimierungs-Mist, der uns vorgaukelt, dass es uns doch eigentlich verdammt gut gehen müsste. Aber es geht uns nicht gut! – Kathrin Weßling 

 

Im April erschien der Roman „Super, und dir?“. Darin zeigt Kathrin Weßling, was passiert, wenn Selbstinszenierung, Stress und Drogen den (Arbeits-)Alltag dominieren. Als wir sie zum Interview trafen, erzählte sie uns, warum es ihr selbst nicht immer gelingt, der Selbstoptimierungs-Spirale zu entkommen und was Social Media damit zu tun hat. 

 

 

Was Kathrin Weßling wohl Melissa Broder raten würde? „Ich habe versucht, meine innere Leere mit Glitzer zu füllen.“, hieß es im Mai bei Broder im Interview. Auf ihrem Twitteraccount so sad today berichtet sie einer halben Million Followern von ihrer Angststörung. In ihrem Debütroman „Fische“ erzählt sie die Geschichte einer Frau, die unter Co-Abhängigkeit leidet.

 

 

Ende Mai fand zum nun schon 5. Mal unsere Veranstaltungsreihe resonanzraum statt. Svenja Flaßpöhler und Margarete Stokowski sprachen dort über Perspektiven des heutigen Feminismus. Svenja Flaßpöhler steht netzfeministischen Diskursen wie #metoo kritisch gegenüber. In ihrer Streitschrift „Die potente Frau“ fordert sie ein offensiveres Verständnis von Weiblichkeit und plädiert dafür, das weibliche Begehren zum handlungsbestimmenden Faktor zu machen, anstatt den Mann zu „kastrieren“. Wie Margarete Stokowski auf die Thesen der promovierten Philosophin reagierte? 

 

 

Für zwei unserer männlichen Autoren ging es zum Sommeranfang auf Tour. Fabian Sixtus Körner reiste mit seiner Familie in einem Van durch die Welt. In seinem Buch „Mit anderen Augen“ erzählt der Journey Man vom Abenteuer, Vater zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den „Weltmeister ohne Talent“, Per Mertesacker, ging es dagegen auf Pressetour: von London nach Hannover und Hamburg. 

 

 

 

 

 

Entweder es ist Literatur oder es macht Spaß – Michel Decar

 

Nirgendwo sei der Gap zwischen unterhaltender und ernster Literatur tiefer zementiert als in Deutschland, findet Michel Decar. Nach dem Motto: Entweder es ist Literatur oder es macht Spaß. In seinem Essay forderte der Ullstein fünf-Autor im Juni mehr Mut zum Spaß in der jungen Literatur.

 

 

Meinungsstark wurde es auch im Juli, als Svenja Gräfen den Literaturbetrieb etwas genauer unter die Lupe nahm. Braucht Literatur Stipendien und Wettbewerbe?, fragte sie in Hinblick auf ihre diesjährige Teilnahme am Literaturkurs für junge Autorinnen und Autoren in Klagenfurt, der wie jedes Jahr  im Rahmen des Bachmannpreis stattfand. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und auch Donat Blum schrieb im August über seine Wahrnehmung des Literaturbetriebs und sorgte damit für viel Aufsehen. „Der von Männern dominierte Literaturbetrieb tut sich schwer mit queerer Literatur: Männer, die mit Männer schlafen, und etwas über Liebe sagen: schwierig. Frauen, die von ihnen nicht begehrt werden können: heikel.“ 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein ganz neues Gesicht in der Literaturlandschaft war in diesem Jahr das von Lukas Rietzschel, der im September mit seinem Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ nicht nur auf literarischer, sondern auch auf politischer Ebene für Diskussionsstoff sorgte. Zusammen mit einer Gruppe unterschiedliche Medienvertreter*innen ging es für uns und ihn auf Literatour nach Görlitz.

 

 

In Schweden waren wir, im Gegensatz zu Deutschland, immer gut darin, die unangenehmen Teile unserer Vergangenheit zu verbergen. – Majgull Axelsson 

 

 

Im Oktober warfen wir gemeinsam mit Majgull Axelsson einen Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen Schwedens. In ihrem Essay beschrieb sie, wie sie als junge Erwachsene als Journalistin den Auftrag erhielt, über eine Jugenderziehungsanstalt zu schreiben. Die schrecklichen Umstände, unter denen man die Kinder und Jugendlichen dort betreute, gaben ihr die Inspiration für ihren Roman „Dein Leben und meins“. 

 

 

Eine besondere Veränderung für Ullstein ereignete sich in diesem Herbst: der Verlag verzichtete erstmals bei der Auslieferung einer seiner Bestseller-Romane auf die Schutzfolie. Bei „Muttertag“ von Nele Neuhaus wurde der Umwelt zuliebe auf Plastik verzichtet. Wir haben hinter die Kulissen des neuen Herstellungsprozesses geschaut. 

 

 

Im Dezember bekamen wir Besuch von Annette Hess, die uns anlässlich des Jahrestags des ersten Auschwitz-Prozesses am 20.12. von den historischen Hintergründen ihres Romans „Deutsches Haus“ berichtete. 

 

Natürlich war dies noch lange nicht alles, das in diesem Jahr passiert ist. Es handelt sich hier nur bei einer Auswahl von Beiträgen, daher wollen wir uns ganz herzlich bei all unseren Autor*innen bedanken, die 2018 mit ihren Büchern und Beiträgen zu einem ganz besonderen Jahr für Ullstein gemacht haben. Außerdem bedanken wir uns bei all unseren Leser*innen, ohne die unsere Arbeit gar nicht möglich wäre. Vielen Dank und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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Hier bloggt das Redaktionsteam des resonanzboden.

Foto: © Ullstein

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